Pötit Glücklichmacher | Wie einfach – Magazin

Wie so oft habe ich mir am Wochenende das Warten am Bahnhof in der Zeitschriftenhandlung meines Vertrauens verkürzt. Immer wieder fällt die Wahl auf die gleichen Magazine. Manchmal gibt es aber auch Neues* zu entdecken. Diese Woche war das so.

I wie Interessant

Cover und Titel machten mich neugierig. Das könnte was für mich sein, dachte ich.
Die Macher des Magazins bezeichnen es als „Kompass, der durch das Meer der Möglichkeiten führt – mit Geschmack, Lebenserfahrung und gesundem Menschenverstand.“ Das wird ja immer besser, dachte ich.
Ich habe darin geblättert und einen auffallend cleanen Satz und für Preisklasse 3 Euro definitiv überdurchschnittlich schöne Fotos entdeckt. Ok, Einfach-Magazin, du hast mich – ich nehm dich mit, dachte ich.
Nur… hat denn da keiner dran gedacht, dass E wie Einfach schon ein Werbeslogan ist, dachte ich kurz und habe mir weiter nichts dabei gedacht.

Im Zug habe ich dann immer viel Zeit zu lesen, also habe ich mir das Ganze mal genauer angeschaut. Ich muss wohl exakt die Zielgruppe sein, denn die Themenauswahl ist als hätte ich einen Wunschzettel geschrieben: Ein bisschen über’s Leben philosophieren und herausfinden wie man es sich noch schöner machen kann, Mode hier, Inneneinrichtung da: Ein Rezepte-Heft, Lifestyle-Magazin und Wellness-Ratgeber in einem.
All in One funktioniert aber eher selten richtig gut. Und so war es eigentlich nicht viel anders zu erwarten, aber die flache Ausführung der Themen für die schnelle Inspiration oberflächlich interessierter Leser hat mich doch ein wenig enttäuscht. Gut, dann ist eben auch das ein Durchblätter-Format. Ist ja auch ok.

N wie Nicht so ganz okay

Dann kam aber das Impressum und ab jetzt kam ich mir irgendwie veralbert vor:  Hinter diesem neuen Magazin steckt tatsächlich der Stromanbieter E wie Einfach (Tochter von E.ON). Und ins Leben gerufen wurde es nicht von einem Verlag, sondern von der Werbeagentur Philipp und Keuntje aus Hamburg. Prima, ich habe also 3 Euro für ein besseres Kundenmagazin gezahlt, dachte ich. Das fand ich eher nicht so gut.

Generell ist ja gar nichts dagegen einzuwenden, dass statt oberflächlicher Werbung immer mehr Content angeboten wird – im Gegenteil, da haben alle was davon. Dass Marken sich immer mehr mit Livestyle aufladen ist auch nicht verwerflich. Aber könnte man nicht vielleicht wenigstens ganz klein auf dem Titelblatt anmerken, dass es sich um einen nicht ganz neutralen Absender handelt?

Der Grund wieso ich gerne für ein Magazin ein paar Euro bezahle, sind eher sekundär die Druckkosten. Viel mehr glaube ich daran, dass gute Journalisten sich durch eine unabhängige, eigene Meinung auszeichnen. Für die kann man dann auch zahlen. Wenn das ganze Magazin nun aber einen Partner hat, dann schaut die Welt ganz anders aus.

B wie Bild machen (ein eigenes)

Mein Fazit: Alles in allem schon gut, aber irgendwie mit unschönem Beigeschmack.

Aber macht euch einfach selbst ein Bild: hier gibt es ein paar Seiten zum Blättern.
Was sagt ihr dazu?


*) Inzwischen weiß ich auch, dass das Format nicht ganz so neu ist, aber eben neu genug um bis vor kurzem noch nicht überall erhältlich gewesen zu sein.

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2 Kommentare

  1. Schöner Blog. Das mit den Kleiderbügeln wollte ich schon immer machen und das Magazin hatte ich gestern in der Hand.
    Einen schönen Tag Dir.

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