Eine große Geduldsprobe. Oder: Keramik kann jeder! Und zwar so.

Vor ein paar Tagen war ich beim KULØR Keramik Workshop – ein Bündel neuer Eindrücke, viel neues Wissen und eine Tüte voller eigener Keramik habe ich mit nach Hause genommen. Dafür vor allem eines gebraucht: jede Menge Geduld.

Vor einiger Zeit hatte ich bereits Gelegenheit der wahnsinnig talentierten Sabrina von KULØR bei ihrer Arbeit im Keramik-Atelier über die Schulter zu schauen. Das hat mich unglaublich beeindruckt – hatte ich doch vorher gar keine Ahnung Keramik, wie sie wohl entsteht, wenn nicht auf der Töpferscheibe…

Durch Sabrina hatte ich bereits eine grobe Idee davon. Für ein DIY Projekt in Eigenregie daheim, schien es mir aber mindestens eine Nummer zu groß. Also blieb mir nur das Bewundern derer, die das Handwerk beherrschen und die Faszination für das Material Keramik.
Als ich dann gesehen habe, dass Sabrina gemeinsam mit den Mädels vom Family Tree Shop gleich bei mir ums Eck einen Keramik-Workshop anbietet, habe ich keine Sekunde gezögert mich anzumelden. Immerhin sollten nur 5 Teilnehmer in diesen Genuss kommen. Ich war unglaublich gespannt, ob ich es wohl auch schaffen würde mit einem schönen Ergebnis nach Hause zu gehen.

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Gemeinsam mit den anderen Keramik-Neulingen habe also einen Samstag lang unter Sabrinas Anleitung gelernt, getüftelt und gebangt, ob es wohl klappen wird.
Neben einer Gießform aus Gips und natürlich der flüssigen Keramik selbst, kam permanent ein Helferlein zum Einsatz, das ich sonst noch nie beim Handwerken im Einsatz hatte: Wichtigstes Utensil war die Stoppuhr. Denn ist die Gipsform erst einmal mit Keramik gefüllt, beginnt sie das Wasser daraus zu absorbieren und es entstehen Ton-Anlagerungen an der Wand. Deren Stärke und damit auch die Stärke des späteren Bechers bestimmt ganz einfach die Zeit.

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Die gestoppte Zeit vergeht ganz schnell, doch nach dem Abgießen musste man immer wieder Geduld beweisen – die mir leider manchmal fehlt. Bis sich die entstandene Keramik-Form von ihrer Gips-Umgebung lösen lässt, muss man im Lauf des Tages immer länger warten. Wer also nur eine Form hat, sitzt da und wartet. Testet, ob es vielleicht doch schon geht… und wartet doch lieber noch. Ist es dann so weit, gilt es die noch weiche Form achtsam zu behandeln wie ein rohes Ei. „Keramik verzeiht nichts“, sagte Sabrina und hat damit so recht. Wer zu ungeduldig ist, zu forsch zupackt oder auch zu ungleichmäßig gießt, der bekommt die Folgen direkt zu sehen. Keramik kann also irgendwie jeder. Für einwandfreie Gießkeramik ist aber jede Menge Übung, Talent und Geduld nötig. Meine Bewunderung für Sabrinas makellose Werke ist also nur noch größer geworden.

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Nachdem jeder von uns eine hübsche Anzahl eigener Becherlein gegossen hatte und sie durch weiteres Antrocknen noch ein wenig stabiler wurden, ging es an die Details: Löcher im Boden um aus Bechern Lampenschirme zu machen, in der Seite, um sie hängen zu können oder ganz viele, damit Licht durchscheinen kann, wurden gebohrt. Muster wurden eingeritzt, Kanten versäubert, Experimente gewagt.

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Glücklich und beschwingt von einem kreativen Tag mit vielen lieben Menschen, ging ich abends wieder nach Hause. Ohne meine Keramik. Denn die blieb erst einmal bei Sabrina zum Brennen. Wie sie sich wohl noch verändern wird? Welch Geduldsprobe!

Bitte beachtet: Eure lieben Kommentare, die unter diesem Artikel zwischen Juli und Dezember hinterlassen wurden, konnten leider nicht übernommen werden – bitte entschuldigt!

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