Nie genug Pflanzen! Ein Ausflug ins Kakteenparadies

PÖTIT im Kakteenland Steinfeld, Pfalz

Meinen grünen Daumen habe ich geerbt. Direkte Linie: Oma, Mama, Anni. Als Kind hatte ich quasi gar keine Wahl, ich hab das Wissen über Pflanzen im Alltag aufgesaugt und auch die Pflege nur so halb freiwillig gelernt. Heute weiß ich vieles über Pflanzen einfach so. Keine Ahnung wer es mir wann erklärt hat.

Aber was sich wohl mit am tiefsten eingräbt, ist die emotionale Ebene: Neulich sagte meine Oma, sie könnte niemals eine Pflanze einfach wegwerfen, auch wenn sie nach Jahren zum Beispiel vom einseitigen Licht auf dem Fensterbrett einfach nicht mehr hübsch anzusehen ist – schließlich sei das ja auch ein Lebewesen. Und da musste ich schmunzeln. Denn dieser Respekt vor allem was lebt, den haben die beiden mir wohl zusammen mit “Achtung, Fingerhut ist giftig” und “zu viel Gießen ist auch nicht gut” still und heimlich in den Kopf gepflanzt. Auch ich bringe es nicht übers Herz, Pflanzen, die aus der Form gewachsen sind, auszusortieren. Manchmal will ich nicht mal meine hübschen Kräuter schröpfen und esse stattdessen lieber getrocknete, die ich nicht selbst liebevoll gepflegt habe. Dass das keinen Sinn macht, ist mir durchaus bewusst. Aber Pflanzen sind Freunde.

 

Für Sammler und Pflanzen-Süchtige

Jedenfalls sammelt meine Oma Kakteen. Schon immer. Riesige, kleine, am liebsten welche, die gerne blühen. Als ich dann auf Instagram zufällig entdeckt habe, dass ein Kakteenparadies gar nicht so weit weg ist von Karlsruhe, war klar: da müssen wir hin! Und so waren wir neulich zu dritt dort und ich fand es herrlich… Im Kakteenland Steinfeld gibt es Millionen von Kakteen – keine Übertreibung. Die Auswahl für einen Kakteen-Liebhaber ist einfach unglaublich groß, aber für einen Laien quasi nicht zu überschauen.

Staunend und fröhlich sind wir in die erste Reihe gelaufen, in der Überzeugung “Ach, so ein kleiner Korb wird reichen – die Wohnung ist ja eh schon voll mit Pflanzen”. Ungefähr auf der Hälfte der ersten Reihe haben wir ihn gegen einen Wagen getauscht. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt – das sind 5000qm pure Pflanzenfreude!

Pflanzen sind Freunde

Ganz besonders in Kombination mit meiner “Pflanzen sind Freunde” – Einstellung ist so ein Ausflug höchst gefährlich. Ist ja nicht so, dass ich ständig Nachschub brauche, weil wieder eine Pflanze vertrocknet ist. Nein, es werden einfach immer mehr. Aber ich war im Rausch und außerdem dachte ich mir “Na die machen ja auch kaum Arbeit.” und schwups war die nächste im Wagen. Aber das ging nicht nur mir so – der Wagen war am Ende voll. Ohne Probleme. Eigentlich… waren es sogar zwei. Denn Erde und Pflanzen für Draußen gab es ja auch noch. Aber was soll man machen? Wir haben uns gegenseitig in unserer Begeisterung hochgeschaukelt. Ups!

Hallo, ich bin Anni und ich bin süchtig nach Pflanzen.

  

So schön das Kakteenland Steinfeld mit den hellen Gewächshäusern (ach ja, Zusatztipp: Zieht euch ja nicht zu warm an!) und der ganzen Pracht an Kakteen ist – noch schöner war es, zu sehen wie sich meine Oma gefreut hat. Sie erkennt den Unterschied zwischen zwei Pflanzen, die sich so sehr ähneln, dass ich ihn nur im Vergleich sehen kann, trotzdem 5 Reihen weiter noch. Sie hält den Topf in der Hand, dreht die Pflanze, schaut sie aus jedem Winkel an, strahlt und weiß schon, was sie da in Händen hält. Fragt mich dann (Brille vergessen) nach dem Fachnamen, nur um noch mal sicher zu gehen und packt sie zu ihren anderen Schätzen. Auf der Rückfahrt hat sie mir verraten: Drei Kakteen, die sie schon immer mal haben wollte, konnte sie ergattern. Wenn das mal kein erfolgreicher Samstag war.

 

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2 Kommentare

  1. Oh, wie toll! Ich möchte da auch hin! Am liebsten sofort! Vernünftigerweise warte ich aber noch, bis wir ans Einrichten unserer Wohnung gehen, dann darf eine Kaktee einziehen – oder zwei, oder drei. (Als Kind habe ich mal so richtig in eine Kaktee gefasst, ich erinnere mich noch, wie meine Mutter mit der Pinzette die Stacheln entfernt hat. Aber ich denke, mittlerweile hab‘ ich’s verwunden. :))

  2. Hallo Anni! Tolle neue Freunde hast du da 🙂
    Tatsächlich war ich als Kind oft im Kakteenland in Steinfeld. Ist ja quasi mein Nachbarot gewesen und immer ein schönes Ausflugsziel. Es war für mich aber auch so normal daher muss ich über deine Entdeckung schmunzeln. Leider ist mein Daumen nicht so grün wie deiner oder der von meinem Papa. Daher werde ich einen Teil meiner Pflanzen am Sonntag zu meinem Papa in den Garten bringen. Dort wird es Ihnen Spitze gehen!

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