Kategorie: Garten

Garten, Balkon und Terrasse – rund um den grünen Daumen.

Samentütchen FREEBIE | Saatgut für 2015

Der Bilderbuch-Herbst macht es uns leicht noch mal Sonne zu tanken und dem T-Shirt Wetter in „das ist vielleicht der letzte schöne Herbsttag“ Manier zu huldigen. Plötzlich wird jeder Sonnenstrahl kostbar. Das mag ich am Herbst. Und während meine Hortensie, die Chrysanthemen, Begonien und Hornveilchen um die Wette blühen, zeigen die Kastanien und das rote Laub es deutlich an, dass das Gartenjahr sich dem Ende neigt. Bevor es also so weit ist die grünen Freunde in ihr Winterquartier zu bringen ist jetzt eine viel freudigere Aufgabe an der Reihe: Samen sammeln. Weiterlesen

Back to School – Pflanzen am Arbeitsplatz

Unter dem Motto “back to school“ haben Igor (Happy Interior Blog) und Judith (Joelix) zu einer neuen Runde Urban Jungle Bloggers aufgerufen. Pflanzen am Arbeitsplatz also dieses Mal. 

Weil man Pflanzen sowieso in jedem Raum unserer Wohnung findet, sollte das eigentlich ein leichtes Spiel für mich sein. Aber nur eigentlich.

Unser Büro, muss man wissen, ist der am stiefmütterlichsten behandelte Raum und ich glaube, mit diesem Problem sind wir nicht allein. Es ist der Raum, in dem schnell mal die Wäsche zum Trocknen aufhängt wird oder man kurz etwas abstellt, bevor es in den Keller wandert und man schnell noch die Tür zu zieht, bevor die Gäste ankommen.
Und bei mir ist das Büro außerdem das Pflanzen-Asyl. Dort stehen all die Pflanzen, die eigentlich ihre schönste Zeit hinter sich haben. Aber ich  bringe es einfach nicht übers Herz, sie lebend in die Tonne zu treten. Dazu gesellen sich die grünen Freunde, die bisher keinen geeigneten Platz in der neuen Wohnung gefunden haben. Tja und bald kommen noch die Pflanzen dazu, die ich nicht im Freien überwintern kann. Das ist mehr Urban Jungle als schön ist.

Gut also, dass Igor und Judith sich überlegt haben, dass unsere Schreibtische grüner und schöner werden könnten. So hatte ich nämlich Anlass dort dafür zu sorgen, dass nicht nur die Wäsche sich wohl fühlt, sondern auch ich gern mal an den Schreibtisch sitze, statt das Laptop rüber ins Wohnzimmer zu nehmen.

Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht Wert

Der Pfennigbaum, der nun meinen Schreibtisch ziert, ist sicher keine ausgefallene Wahl. Aber er ist schon seit Jahren ein treuer Begleiter, der schon einige Umzüge hinter sich hat. Ihn kenne ich schon seit er nur ein einziges in die Erde gedrücktes Blatt war und ich mag ihn. Gut also, dass er nun endlich sein Plätzchen gefunden hat. Ich finde er macht sich sehr gut als Arbeitsplatzbegrünung.

Das restliche Pflanzenchaos habe ich auch ein wenig gelichtet, aber da brauch ich wohl noch die eine oder andere schöne Idee von den anderen Urban Jungle Bloggers… Wer auch auf der Suche nach Inspiration ist, findet die Sammlung zum Thema bei Facebook.

Jubiläum der grünen Daumen

Schon ein Jahr ist seit der ersten Runde Urban Jungle Bloggers vergangen und ich freu mich jedes Mal über die Flut grüner Bilder. Also Happy first Birthday!

Pötit liebt | Dossofiorito

Nach meinem kleinen Ausflug nach Paris (jede Menge Bilder und Entdeckungen folgen) geht es hier grün weiter. Bei Pinterest hab einen Fund aufgetan, den ich euch zeigen möchte: PHYTOPHILER. Der Planzenfreund. Oder doch der Liebling der Pflanzenfreunde? Egal wer er ist, ich jedenfalls finde ihn toll. Weniger fürs echte Leben. Aber seine Idee, die mag ich gern!

Phytophiler zeigt die Details der Pflanzen, vervielfacht ihre Blütenpracht, gibt Kletterern eine ungewöhnliche Spielfläche, zeigt neue Blickwinkel oder schafft Pflanzenfreundschaften. Die Serie handgemachter Terracotta-Töpfe mit funktionalen Erweiterungen ist eine Idee des Desgin-Duos von Dossofiorito. Die in Verona gegründete Collaboration hat den Namen, der übersetzt so viel wie Blumenhügel heißt, einfach von einem alten Leuchtschild übernommen, das sie gefunden und ins Herz geschlossen hatten.

Mir gefällt es, wie die Pflanze einerseits wirkt als sei sie Teil wissenschaftlicher Studien. Die Installationen haben etwas medizinisches, sehr akkurates, was so gar nicht zu ihren eigenwilligen Formen und bunten Farben passen will. Da will wohl einer seine Pflanzen ganz genau kennen lernen, dachte ich mir.

Andererseits wirken manche der Installationen fast so, als sei in Wahrheit die Pflanze diejenige, die sich morgens im Spiegel betrachtet oder wie ein Detektiv durch die Lupe linst… 
Ob das genau die Ideen sind, die die Erfinder hatten, wage ich zu bezweifeln. Sie selbst sagen aber wohl, dass es ihnen um die Beziehung der Menschen zu ihren grünen Zimmergenossen geht und um das Bewusstsein dafür, dass Pflanzen empfindliche Kreaturen sind, die einer andersartigen Welt angehören und uns erst komplett machen.

Nachdem ich letzte Woche zum ersten Mal bei den Urban Jungle Bloggers dabei war, habe ich wieder richtig Lust auf Grünzeug. Mal sehen wozu mich Dossofiorito inspiriert haben. Spiegel rund um meine Lieblingspflanzen klingen jedenfalls clever und die Seilkonstruktionen müsste man doch auch irgendwie…
Was meint ihr?

Dossofiorito
Website | Facebook

Bilder: Dossofiorito
All images are copyrighted to Dossofiorito
Thanks for letting me feature them here. 
Please do not re-blog without proper credit. 


Pötit liebt | Half Light Honey Studio

Bilder: http://www.halflighthoney.com/
  • Sie hat ein großes Herz für Sukkulenten, mindestens ebenso großes handwerkliches Talent und einen tollen Stil. Deshalb stelle ich euch heute Samantha Carter und ihr Label „Half Light Honey“ vor.

Bilder: http://www.halflighthoney.com/
  • Ihre Keramik ist niemals Selbstzweck, sondern soll immer auch einen Nutzen haben. Meistens ist es der, Pflanzen ein Zuhause zu geben. Da Samantha auch gerne zeichnet, verbindet sie das Zeichen mit dem Töpfern, indem sie handgezeichnete Linien in ihre Arbeit einfließen lässt. Sie ritzt Motive oder Muster in den bemalten, noch feuchten Ton, sodass die natürliche Farbe des Tons wieder zum Vorschein kommt. Am liebsten mag sie dabei den harten Kontrast zwischen schwarz und weiß. In den letzten Monaten sind aber auch ein paar Arbeiten in Farbe entstanden.

Bilder: http://www.halflighthoney.com/
Da sie das Formen mit bloßer Hand ausführt, entstehen Asymetrien, kleine Unperfektheiten und hier und da eine kleine Delle. Aber auch das ist Teil ihres einzigartigen Stils und trägt dazu bei, dass jedes Stück ein wahres Unikat ist. Organische Formen für organischen Inhalt.

Bilder: http://www.halflighthoney.com/
  • Samantha lebt als Mutter und Keramik-Künstlerin in North Carolina. Sie wohnt in einem winzigen Haus und arbeitet im eigenen Atelier und liebt es die schöne Landschaft zu fotografieren, zu Wasserfällen zu wandern und ihr Zuhause noch gemütlicher und nachhaltiger zu machen. Klingt ganz so, als hätte sie sich ihr eigenes kleines Paradies geschaffen…
Bilder: http://www.halflighthoney.com/

Schaut euch unbedingt auf ihren Seiten um – ich konnte mich beim besten Willen nicht entscheiden welche der tollen Arbeiten ich euch hier zeigen soll!

Half Light Honey Studio



All images are copyrighted to Samantha Carter
Thanks for letting me feature them here. 
Please do not re-blog without proper credit. 




Pötit Garten | Winter-Sprossen

Sprossen sind absolute Vitalstoff-Knüller. Und eine Extraportion an frischen Vitaminen und Mineralstoffen kann ich gerade gut gebrauchen. Ausserdem ist es kinderleicht, Sprossen zu ziehen und es macht jede Menge Freude, den kleinen Keimen beim Wachsen zuzusehen. Man macht sich dabei nichtmal die Finger dreckig und Geduld brauchts auch nicht – nach 3 bis 7 Tagen sind sie schon erntereif.

Auf die Idee kam ich, weil jede Menge Samentütchen noch halb voll waren. Darunter auch Ruccola und Radiesschen, die sich hervorragend eignen. Als drittes fiel meine Wahl auf Brokkoli, weil ich den auch „in groß“ so gerne mag.

Die Fakten

Nach kurzem Einlesen ins Thema wollte ich genauer Bescheid wissen und hab mir ein schlaues Buch bestellt. Was ich gelernt habe, hat mich überzeugt: Beim Keimprozess werden die wertvollen Stoffe, die im Samen gespeichert sind, um eine Pflanze daraus entstehen zu lassen, umgewandelt. Dadurch werden viele dieser Stoffe für uns leichter verdaulich oder überhaupt erst zu wertvollen Stoffen wie Vitaminen zusammengesetzt. Je nach Sprossenart vervielfacht sich der Vitamin C-Gehalt. Und während ungekeimte trockene Erbsen gar kein Vitamin C enthalten, liefern gekeimte Erbsensprossen mehr Vitamin C als frische Orangen. Außerdem entgelten 
Keimlinge reichlich Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor, Magnesium, Zink und Eisen. Nicht schlecht, oder?

Und dann sind da natürlich noch Eigenschaften, die von Sorte zu Sorte unterschiedlich sind:

Brokkoli-Sprossen

  • Einweichdauer: 6-12 Stunden
  • Keimzeit: 3-8 Tage
  • Geschmack: erinnert an Kresse, ist aber milder
  • enthalten Schwefelverbindungen, die gegen Krebs vorbeugen sollen

Radieschen-Sprossen
  • Einweichdauer: 6-12 Stunden
  • Keimzeit: 5-12 Tage
  • Geschmack: etwas scharf
  • Radieschen-Samen im Sprossen-Mix verhindern das Wachstum von Bakterien und Keimen
Rucola-Sprossen
  • Einweichdauer: keine
  • Keimzeit: 3-6 Tage
  • Geschmack: lecker würzig
  • regen Verdauung und Stoffwechsel an
Sprossen sind also wahre Kraftpakete und verfügen über jede Menge Vitalstoffe, die in so hoher Konzentration in keiner ausgewachsenen Pflanze zu finden sind. Im Geschmack, Aussehen und ihrer postitiven Wirkung auf den Körper sind die Minipflänzchen sehr abwechslungsreich. Vom Klassiker Kresse, über den Sprossen-Star Alfalfa bis zum Trend-Getreide Quinoa – die Möglichkeiten sind vielfältig.

So geht’s

Überzeugt? Na dann mal los:
Ich habe mir für meine Sprossen-Zucht eine kleine Sprossenbox besorgt. Darin erledigt sich alles beinahe von selbst. Drei Etagen stehen zur Verfügung und können jeweils Sorten, die sich gerne leiden können, oder einzeln aufnehmen. Durch das Profil im Boden bleibt genügend Wasser stehen, damit die Samen keimen können. Also muss man nichts weiter tun, als 1-2mal am Tag oben frisches Wasser einzufüllen. Das tropft dann von Ebene zu Ebene und wird unten wieder aufgefangen. Die großen Samen wie zum Beispiel von Radieschen oder Getreide sollte man eine Nacht lang in Wasser legen als Vorbereitung. Alle 2 Tage empfiehlt es sich, etwas besser zu spülen – wir wollen ja keine Keime in den leckeren Sprossen. Die Box sollte dann an einem hellen Standort stehen – aber niemals direkt in der Sonne. Nach ein paar Tagen ist es dann so weit und die Sprossen kommen (gut gespült) aufs Brot, in den Salat oder gekocht ins Essen.

Stichwort Schimmel

Worauf man außerdem unbedingt achten sollte, ist hochwertiges Saatgut. Denn sind die Samen beschädigt, werden sie nicht keimen, stattdessen aber schimmeln – und das wiederum ist alles andere als gesund. Bei Verwendung von hochwertigen Keimsaaten und regelmäßigem Wässern entsteht selten Schimmel. Oft werden aber die pelzigen weißen Faserwurzeln der jungen Sprossen mit Schimmel verwechselt.

Worum es sich handelt erkennt die feine Nase: Während Schimmel modrig riecht, ist der Geruch von Sprossen – je nach Keimsaat – eher frisch. Also erst schnuppern, dann entscheiden und nicht die gesunden, frischen Sprossen wegwerfen!

Viele gute Infos zum Thema findet ihr auch hier.

Pötit Garten | Stecklinge

Sturmschaden

Verbrennen können meine Pflanzen an dem schattigen Platz, den ich ihnen zumute, selbst bei größter Hitze nicht. Immerhin ein Vorteil, den mein Nordbalkon hat. So waren die heißen Tage meist mit einem großen Schluck Wasser wieder gut zu machen.
Doch die heftigen Gewitter und ihre Sturmböen haben mehr als nur ein paar Blüten abgeräumt. Also mach ich das Beste daraus und probiere dieses Jahr zum ersten Mal aus abgenickten Trieben neue Pflanzen zu zeihen.

Kopfsteckling

Der August ist der perfekte Zeitpunkt um mehrjährige Balkonpflanzen wie Geranie, Fuchsie, Lavendel, Buchs, Hortensie, Strauchmargerite, Hibiskus oder Schönmalve zu vermehren. Bei konstanter Wärme (hm… wo ist die eigentlich?) und viel Licht ziehen sie schnell Wurzeln und entwickeln sich bis zum Saisonende zu kleinen Pflanzen, die gut auf der Fensterbank überwintert werden können.
Für meine Knollenbegonie ist es eigentlich schon viel zu spät, da die Pflanze schon langsam wieder beginnt Nährstoffe in die Knolle zu speichern. Das heisst, dass die Stecklinge jetzt schon eher schwach sind und auch nicht genügend Zeit bleibt eine neue Knolle zu entwickeln. Aber da ich nichts zu verlieren habe, werde ich es trotzdem probieren… Mein Lavendel und die Hotensie sind ebenfalls im Gartenexperiment vertreten, haben aber deutlich bessere Chancen auf Erfolg.

Wasser-Variante

  • Am besten wählt ihr (wenn ihr die Wahl habt und kein Sturm sie für euch trifft) nur Triebspitzen aus, die keine Knospen oder Blüten tragen. Der Schnitt sollte nahe unter einem Blattansatz erfolgen. Dort bildet die Pflanze an der Schnittfläche ein Wundgewebe, aus dem sich Wurzeln entwickeln können.
  • Dann werden Blätter entfernt – weniger hübsch, aber bessere Chancen, dass es klappt. Lasst nur zwei bis drei Blätter an der Spitze übrig.
  • Glas-Wahl: Der Steckling sollte darin aufrecht stehen, nicht umfallen und auch nicht komplett hineinfallen können. 
  • Füllt nur so viel Wasser ins Glas, dass der unterste Zentimeter des Stecklings im Wasser steht. Das Wasser solltet ihr täglich wechseln.
  • Stellt die Stecklinge dann geschützt vor Wind und direkter Sonneneinstrahlung ins Freie, bis sich ausreichend Wurzeln gebildet haben.
  • Die neue Pflanze wird in Aussaatsubstrat gepflanzt. 

Erd-Variante

„Jetzt ist sie vollends übergeschnappt“ dachte sich Herr Pötit, als ich am Wochenende mit meiner Papiertopf-Presse wieder Aussaattöpfchen geformt habe. Dieses Mal sollten aber gar keine Samen hinein, sondern ebenfalls Stecklinge. Eine Alternative zum Wurzeln im Wasser ziehen ist es nämlich, die Stecklinge direkt ins stets feuchte Substrat zu stecken. Auf diese Weise möchte ich Lavendel, Rosmarin und Thymian vermehren.

  • Meine Papiertopf-Presse ist ein 1A-Super-Tipp. Kostenlose Töpfchen, die die Umwelt schonen! Dazu wird ein Streifen Zeitungspapier um den Zylinder gerollt, unten umgeknickt und dann drehend in die Schale gepreßt – fertig!
  • Die fertigen Papiertöpfchen werden dann mit Erde befüllt. 
  • Die Stecklinge sollten zwei bis drei Knoten (Blattansatzstellen) tief ins Substrat rein. 
  • Sind es Stecklinge mit weichen Trieben, solltet ihr sicherheitshalber mit einem Pikierholz ein Loch vorbohren, damit Nichts knickt.
  • Die Erde muss unbedingt freucht gehalten werden. Dazu regelmäßig gießen und am besten unter eine Glashaube stellen.
  • Sind die Stecklinge geglückt, kann das komplette Töpfchen eingepflanzt werden – das Papier verrotet ganz fix. 



Schönheitskur

Übrigens mache ich das auch regelmäßig mit zu hoch gewachsenen Sukkulenten. Kopf ab, die Schnittstelle abtrocknen lassen, dann auf neue Erde legen und nur mäßig gießen. Schon bald bilden sich neue Wurzeln und die Sukkulente schaut wieder ordentlich aus. Tip Top.

Pötit Garten | im August

Schlaraffenland

Während im Juli jede Tomate noch kostbar war, brechen nun die Zeiten des Überflusses an. Die Ernte in meinem Balkon-Gärtchen ist locker zu vertilgen – sind wir doch eine WG, in der oft Gäste verweilen. Aber es kommt ja nicht von ungefähr, dass ich das Gärtnern liebe. Meine Mama und auch meine Oma pflegen Gärten, die unglaublich groß sind. Die Vielfalt lässt in deren Gärten keinen Wunsch offen. Alles, was hier wachsen kann, wird angepflanzt. Ehrensache.
Nun sollte man meinen, dass jahrzehntelange Gärntnerei nicht nur bedeutet, dass weniger schief geht, sondern auch,  dass es weniger Überraschungen gibt. Doch weit gefehlt: Jedes Jahr aufs Neue sind die beiden über ihre Erträge überrascht. Sicherheitshalber zieht man eben doch 4,5 oder 10 Tomatenpflanzen mehr. Und kurze Zeit später hört man ein  „Ach, haben die dieses Jahr wieder viele Blüten bekommen…“.  So kommt es dann, dass die beiden sich täglich fragen wohin mit all den reifen Tomaten, Zucchinis und Gurken? Na zu mir! Merci 🙂

Auch wenn meine Oma Nüsse nur im Kuchen vermutet und Couscous noch nie probiert hat – wenn ich ihr begeistert erzähle, wie lecker ihr Gemüse geschmeckt hat und dass schon wieder alles aufgegessen ist, so schüttelt sie nur kurz unverständig den Kopf, freut sich dann aber doch sehr, dass das Kind Gemüse isst und ihre Ernte gut aufgehoben ist.

Pötit Garten | im Juli


Neue Mitbewohner

Die neusten Bewohner des Pötit Garten gefallen mir sehr. Unbedingt wollte ich ein paar größere Pflanzen dazu gesellen, die so richtige Blickfänger sind. Deshalb sind am Wochenende eine Lupinie und mehrere Schmukkörbchen eingezogen. Beide können locker einen Meter hoch werden und blühen, blühen, blühen. Sie haben deshalb auch schon viele Hummel-Freunde, die nebenbei auch noch meine anderen Pflanzen bestäuben. Tip Top!

Schmuckkörbchen

Lupinie

Nützliches

Doch der Pötit Garten ist noch immer zur Hälfte mit Essbarem bepflanzt. So gibt es außer Erdbeeren auch Tomaten, Paprika, jede Menge Küchenkräuter und inzwischen die dritte Runde Pflücksalat.

Starkzehrer wie Paprika, Tomaten, Gurken und Kohl brauchen jetzt Nährstoffnachschub. Bei allem, was später noch verzehrt werden soll, muss der Dünger besonders sorgfältig gewählt werden. Hornmehl oder organische Flüssigdünger verbessern zudem die Bodenqualität.

Tipp: Kräuter trocknen

Bei den meisten Sommerkräutern ist kurz vor oder während der Blüte der Geschmack am stärksten und sie enthalten besonders viele Heilstoffe. Wem also die Küchenkräuter gerade explodieren, der kann sie einfach trocknen und hat so noch lange eigene Vorräte. Und das geht so:
 

  • Ganze Triebe abschneiden, zu kleinen Sträußen binden und zum Trocknen kopfüber an einem luftigen, warmen Platz im Schatten aufhängen.
  • Keine zu dicken Sträuße binden! Sonst dauert das Trocknen bei innenliegende Blättern unnötig lange und kostbare Inhaltsstoffe gehen verloren.
  • Die Blätter sobald sie völlig trocken sind von den Stielen abstreifen und in luftdichte behälter füllen.
  • Funktioniert super mit Bohnenkraut, Majoran, Oregano, Rosmarin, Salbei und Thymian.
  • Basilikum, Petersilie, Schnittlauch und Dill können kleingeschnitten tiefgekühlt werden.

Balkon-Deko

Wer sagt denn eigentlich, dass ein Balkon kein richtiger Wohnraum ist – im Sommer ist es sogar mein wichtigster. Also wird auch hier fleißig dekoriert.

Seit neustem gibt es im Pötit Garten eine Wimpelkette.

Und auch auf dem Flohmarkt wird der Balkon bedacht.

An wind- und regengeschützten Stellen, dürfen sogar Bilder nach draußen. Am liebsten natürlich Pflanzenbilder.

Und jetzt: Daumen drücken, für gutes Juli-Wetter!

Pötit Garten | im Juni

Dieses Jahr ist im Garten nichts wie es sonst ist. Statt Erdbeeren zu ernten, freue ich mich, dass sie doch noch beschlossen haben zu blühen… verrückt. Im Juni sähe ich auch nicht mehr viel Neues an, nur noch Salat nach. Deshalb habe ich momentan nicht viel anderes zu tun, als mich über die Blüten zu freuen und sie zu hegen und zu pflegen:

  • Die Blüh-Pflanzen regelmäßig „ausputzen“, also verwelkte Blüten ausbrechen oder abschneiden.So bildet die Pflanze keine Samen aus, was viel Energie benötigt und der Pflanze oft viel Kraft raubt. Und natürlich auch beschädigte oder welke Laubblätter entfernen.
  • Etwa alle zwei Wochen düngen, am besten flüssig. Übrigens ist zu viel Dünger mindestens so schlecht wie zu wenig.
  • Schädlinge bekämpfen. Ein Kapitel für sich… Hier aber aus gegebenem Anlass ein kleiner Exkurs zum Thema Blattläuse:

Blattläuse bekämpfen

Blattläuse sind gemein, klein und grün. Sie haben es gerne warm und trocken. Sie schleichen sich gerne auf einer neuen Pflanze ein und verbreiten sich dann auf alle anderen. Dort fallen sie über am liebsten über die zarten Triebe, Knospen und Blätter her. Schon bald kräuseln sich die befallenen Blätter, Knospen und Triebe verkümmern und das Wachstum der ganzen Pflanze wird gehemmt. Wer meinen Pflanzen schadet, ist nicht mein Freund. Ich habe den Blattläusen den Kampf angesagt.

Vorallem bei Pflanzen, die später noch gegessen werden sollen, ist das aber nicht so einfach. Außerdem sollen beim Bekämpfen der Blattläuse keine nützlichen Tiere wie Bienen in Mitleidenschaft gezogen werden. Deshalb hier die Kriegstaktik:

  • Stufe 1: Bei leichtem Befall bevorzugt bei einzelnen Topfpflanzen heißt es „Wasser marsch!“.  Einem harten Wasserstrahl halten die wenigsten Blattläuse stand.
  • Stufe 2: Ein altes Hausmittel bei mittlerem Befall ist Seifenlauge. Funktioniert super und geht mit einer Sprühflasche ganz einfach. Dabei sollte man nur darauf achten, dass möglichst wenig Seifenwasser in die Erde gelangt.
  • Die Stufe-2-Öko-Alternative heißt „Pflanzenbrühen aus Brennesseln“. Dazu ein Kilo Brennesseln mindestens 24 Stunden lang in 5 Liter Wasser einweichen und die entstandene Brühe unverdünnt spritzen.
  • Stufe 3: In richtig harten Fälken haben sich „Niem-Präparate“ als wirkungsvoll erwiesen. Extrakte des Niembaums sind BIO und wirken gegen jede Menge unterschiedliche Schädlinge – ohne dabei Nützlinge zu gefährden.
  • Immer auch die Blattunterseiten besprühen, da dort die meisten Tiere im Schatten verborgen sitzen. Und damit das alles mehr Spaß macht, habe ich mir einen neuen Pflanzensprüher bestellt.
  • Außerdem unbedingt düngen. Gut gedüngte Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen den Befall mit Schädlinge.
  • Zu viel Dünger ist genau so schlecht. Der Stickstoff lässt“mastiges“, weiches Gewebe entstehen, das von Schädlingen besonders leicht befallen werden kann.

Der restliche Pötit Garten

Pötit Garten | im Mai

Der Mai ist mein liebster Gartenmonat. Das Grün ist noch zart, die Blüten sind schon da, jede Sonnenstunde ist noch kostbar. Höchste Zeit für ein Garten-Update.

Eisheilige zu Besuch

Mamertus – 11. Mai
Pankratius – 12. Mai
Servatius – 13. Mai
Bonifatius – 14. Mai
Sophie – 15. Mai

Glaubt man dem Volksmund und meiner Oma, kann man erst nach den Eisheiligen sicher sein, dass es nicht zu Kälteschäden an jungen Pflanzen kommen. Moderne Gärtner sagen, dass diese uralte Weisheit eigentlich gar nicht mehr zu belegen ist. Ich glaub trotzdem meiner Oma und riskiere nichts. Ab übermorgen kann bei mir also endlich alles an seinen Sommerstandort ziehen.

So nehmen zum Beispiel meine überwinterten Begonien bald den Platz ein, den der Flamingo netter Weise noch frei hält. Und auch Basilikum und Petersilie, die geduldig in der Küche warten, dürfen dann Minze und Lavendel Gesellschaft leisten. Auch die vorgezogenen Tomaten und Paprika können dann ins Freie. Sollte doch noch eine kalte Nacht drohen, hilft ein Vlies.

Kräuter

Für mehrjährige mediterane Kräuter wie Salbei, Thymian oder Lavendel ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine neue Frisur. Um auf Dauer kompakte und vitale Pflanzen zu erhalten, sollte man kräfig zurückschneiden. Unterhalb der Schnittstellen müssen aber unbedingt noch vitale Knospen vorhanden sein.
Dill, Majoran und Bohnenkraut können jetzt angesät werden.

Kletterpflanzen

Damit Kletterpflanzen bald so richtig loslegen können, sollten rechtzeitig Rankhilfen aufgestellt werden. Meine Clematis begnügt sich mit Fäden, die an Nägeln gespannt sind.
Ein bisschen spät war ich dran, als ich letzte Woche noch schnell ein paar Kaiserwinden Samen in die Erde gedrückt habe. Die Clematis allein rankt nämlich nicht allzu hoch. Die Kaiserwinde hingegen hatte vorletztes Jahr täglich mehrere Zentimeter gutgemacht und den ganzen Balkon eingerahmt. Mal sehen was daraus wird.
So lange bleibt die Fuchsie, der es jetzt schon gut gefällt, der einzige Farbtupfer an dieser Wand.

Des Wahnsinns fette Beute

Welcher Salat schmeckt am besten? Der eigene! Stolz wie Bolle und mit doppeltdreifachem Genuss esse ich inzwischen alle paar Tage selbst gepflückten Salat und urban gegärtnerte Radieschen. Die Mühe hat sich jetzt schon mehr als gelohnt und noch ist kein Ende in Sicht.

Im Mai kann immer noch fleißig gesät werden: Sommersalat, Möhre, Chicorée, Radieschen, Rote Bete, Stangen- und Buschbohne. Erbsen noch bis Mitte des Monats.

Gartentrend

Zuletzt noch ein kleiner Hinweis aus der Kategorie Gartentrends: Elegant, geheimnisvoll und deshalb gerade sehr beliebt sind dunkle Pflanzen. Mit ganz dunkelvioletten Blüten sehen sie beinahe schwarz aus.
Mein persönlicher Favorit ist dabei der dreieckige Klee, den ihr auch auf meinem Blumen-Board bei Pinterest sehen könnt.