Schlagwort: Kochen

Pötit Garten | Winter-Sprossen

Sprossen sind absolute Vitalstoff-Knüller. Und eine Extraportion an frischen Vitaminen und Mineralstoffen kann ich gerade gut gebrauchen. Ausserdem ist es kinderleicht, Sprossen zu ziehen und es macht jede Menge Freude, den kleinen Keimen beim Wachsen zuzusehen. Man macht sich dabei nichtmal die Finger dreckig und Geduld brauchts auch nicht – nach 3 bis 7 Tagen sind sie schon erntereif.

Auf die Idee kam ich, weil jede Menge Samentütchen noch halb voll waren. Darunter auch Ruccola und Radiesschen, die sich hervorragend eignen. Als drittes fiel meine Wahl auf Brokkoli, weil ich den auch „in groß“ so gerne mag.

Die Fakten

Nach kurzem Einlesen ins Thema wollte ich genauer Bescheid wissen und hab mir ein schlaues Buch bestellt. Was ich gelernt habe, hat mich überzeugt: Beim Keimprozess werden die wertvollen Stoffe, die im Samen gespeichert sind, um eine Pflanze daraus entstehen zu lassen, umgewandelt. Dadurch werden viele dieser Stoffe für uns leichter verdaulich oder überhaupt erst zu wertvollen Stoffen wie Vitaminen zusammengesetzt. Je nach Sprossenart vervielfacht sich der Vitamin C-Gehalt. Und während ungekeimte trockene Erbsen gar kein Vitamin C enthalten, liefern gekeimte Erbsensprossen mehr Vitamin C als frische Orangen. Außerdem entgelten 
Keimlinge reichlich Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor, Magnesium, Zink und Eisen. Nicht schlecht, oder?

Und dann sind da natürlich noch Eigenschaften, die von Sorte zu Sorte unterschiedlich sind:

Brokkoli-Sprossen

  • Einweichdauer: 6-12 Stunden
  • Keimzeit: 3-8 Tage
  • Geschmack: erinnert an Kresse, ist aber milder
  • enthalten Schwefelverbindungen, die gegen Krebs vorbeugen sollen

Radieschen-Sprossen
  • Einweichdauer: 6-12 Stunden
  • Keimzeit: 5-12 Tage
  • Geschmack: etwas scharf
  • Radieschen-Samen im Sprossen-Mix verhindern das Wachstum von Bakterien und Keimen
Rucola-Sprossen
  • Einweichdauer: keine
  • Keimzeit: 3-6 Tage
  • Geschmack: lecker würzig
  • regen Verdauung und Stoffwechsel an
Sprossen sind also wahre Kraftpakete und verfügen über jede Menge Vitalstoffe, die in so hoher Konzentration in keiner ausgewachsenen Pflanze zu finden sind. Im Geschmack, Aussehen und ihrer postitiven Wirkung auf den Körper sind die Minipflänzchen sehr abwechslungsreich. Vom Klassiker Kresse, über den Sprossen-Star Alfalfa bis zum Trend-Getreide Quinoa – die Möglichkeiten sind vielfältig.

So geht’s

Überzeugt? Na dann mal los:
Ich habe mir für meine Sprossen-Zucht eine kleine Sprossenbox besorgt. Darin erledigt sich alles beinahe von selbst. Drei Etagen stehen zur Verfügung und können jeweils Sorten, die sich gerne leiden können, oder einzeln aufnehmen. Durch das Profil im Boden bleibt genügend Wasser stehen, damit die Samen keimen können. Also muss man nichts weiter tun, als 1-2mal am Tag oben frisches Wasser einzufüllen. Das tropft dann von Ebene zu Ebene und wird unten wieder aufgefangen. Die großen Samen wie zum Beispiel von Radieschen oder Getreide sollte man eine Nacht lang in Wasser legen als Vorbereitung. Alle 2 Tage empfiehlt es sich, etwas besser zu spülen – wir wollen ja keine Keime in den leckeren Sprossen. Die Box sollte dann an einem hellen Standort stehen – aber niemals direkt in der Sonne. Nach ein paar Tagen ist es dann so weit und die Sprossen kommen (gut gespült) aufs Brot, in den Salat oder gekocht ins Essen.

Stichwort Schimmel

Worauf man außerdem unbedingt achten sollte, ist hochwertiges Saatgut. Denn sind die Samen beschädigt, werden sie nicht keimen, stattdessen aber schimmeln – und das wiederum ist alles andere als gesund. Bei Verwendung von hochwertigen Keimsaaten und regelmäßigem Wässern entsteht selten Schimmel. Oft werden aber die pelzigen weißen Faserwurzeln der jungen Sprossen mit Schimmel verwechselt.

Worum es sich handelt erkennt die feine Nase: Während Schimmel modrig riecht, ist der Geruch von Sprossen – je nach Keimsaat – eher frisch. Also erst schnuppern, dann entscheiden und nicht die gesunden, frischen Sprossen wegwerfen!

Viele gute Infos zum Thema findet ihr auch hier.

Pötit App Tipp | Meine 3 liebsten Koch-Apps

Apps, diese nützlichen kleinen Herlferlein, wie ich sie liebe. Besonders wenn sie hübsch gemacht sind, komm ich am Download nicht vorbei. Und eine meiner liebsten Kategorien sind die Koch-Apps. Denn auch wenn ich hier nicht übers Essen blogge… ich koche und esse unglaublich gerne. Also gibt es heute für euch meine drei liebsten Küchenhelfer.

 

Küchengötter

Die eigene Sammlung

Den Web-Account hatte ich schon vor dem iPhone. Hier gibt es tonnenweise Rezepte aus den Kochbüchern des GU Verlags – und zwar gratis. Die Idee hinter der Sache ist, dass man sich eigene Kochbücher zusammenstellt und diese als gedrucktes Exemplar bestellen kann. Dabei liegt die Betonung auf kann – man kann das ganze auch einfach digital nutzen. Die Seite ist zwar nicht ganz perfekt in Sachen Nutzbarkeit und sie könnte auch hübscher sein. Aber: Die Rezepte sind weltklasse, der Umfang schier unerschöpflich und man kann hier nicht nur nach zahlreichen Rezept-Kategorien Rezepte finden, sondern sich auch saisonal inspirieren lassen oder mit einem wirklich umfangreichen Filter exakt nach den eigenen Vorstellungen suchen. Besonders nützlich finde ich auch die Rubrik Warenkunde, in der man sich jede Menge wissen über einzelne Zutaten aneigenen kann.

Da war es nur logisch, mir auch die App zu holen. Gut investierte 2,69€ (quasi nix, im Vergleich zu jedem Kochbuch). Denn hat man die eigenen Lieblingsrezepte online in Kochbücher gespeichert, kann man mit der App auch unterwegs darauf zugreifen. Neue Rezepte suchen geht nur am Desktop PC, das ist sehr schade. Trotzdem ist die App ein Goldstück, denn thematisch von mir selbst vorsortiert mit Zutatenübersicht und Einkaufslistenfunktion hat mir diese App schon so manche Einkaufstour erleichtert.

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Kptn Cook

Die Feierabend App 

Diese App ist das Design Highlight meiner Koch-App-Sammlung. Nutzbarkeit und Aufmachung könnten besser kaum sein. Und wer öfter mal einfach gaaaar keine Idee hat, was man schon wieder kochen könnte, oder nach einem langen Arbeitstag abends in der U-Bahn einfach keine Lust mehr hat sich das Hirn zu zerbrechen und sich durch viel zu viel Auswahl zu quälen, der ist mit dieser inspirierenden App bestens beraten.

„Schnell ein gesundes und leckeres Gericht auf dem Tisch“ ist das Motto der App, die schon mit Preisen ausgezeichnet wurde. Jeden Tag gibt es hier genau drei leckere Rezepte und eines davon passt immer. Wer die Wahl hat, hat die Qual – und hier wurde schon vorausgewählt. Dafür bin ich manchmal wirklich mehr als dankbar. Die Rezepte kann man außerdem in weniger als 30 Minuten zubereiten und die App zeigt in Schritt-für Schritt- Anleitungen wies geht. In Bezug auf Fleisch wird nicht verzichtet, aber reduziert – löblich.
Darum bietet die App vorallem vegetarische Rezepte mit Hip-Faktor an, aber eben nicht ausschließlich. Oben drauf gibts Nährwerte und Kosten pro Portion, eine wirklich gut gemachte Einkaufliste, die sich auf eine beliebige Anzahl an Personen individualisieren lässt und wirklich liebevoll geschriebene Anleitungen. Meine perfekte Feierabend App.

Und als sei das alles nicht schon toll genug, plant das Team einen Service, von dem ich sonst noch nirgendwo gehört habe: den Einkaufservice.“Du kannst dann einfach das Rezept auswählen und die Zutaten dazu auf dem Weg
nach Hause im Supermarkt in deiner Nähe abholen. Kein Anstehen
an der Kasse. Keine lange Suche nach den Zutaten. Kein Stress.“ Na darauf bin ich ja schon mal gespannt. Vermutlich wird das erst mal in Berlin und eben nicht in Karlsruhe funktionieren. Aber das sind mal innovative Ideen! Chapeau!

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Zu gut für die Tonne

Die App für Sparfüchse, Improvisierer und das gute Gewissen

Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg. Das ist eine schockierende Zahl. Dass das ethisch-moralisch nicht vertretbar ist, ist jedem klar. Wem das als Beweggrund für bessere Resteverwertung noch nicht reicht, dem sei gesagt, dass so pro Kopf 235 Euro in die Tonne wandern.

Gut also, dass das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit dieser kostenlosen App dagegen wirken will und uns ein cleveres Tool dafür an die Hand gibt. Kreative Resteküche gibt es hier also – und zwar mit Kochideen von keinen geringeren als Sarah Wiener, Tim Mälzer, Daniel
Brühl und vielen anderen.

Die App gibt außerdem Tipps zum richtigen Einkaufverhalten und zur Lagerung und Haltbarkeit von Lebensmitteln, damit es erst gar nicht dazu kommen muss, Reste zu verwerten. Clevere Sache.

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Pötit liebt | Pfeffersack & Söhne

In meiner Küche gibt es ein Regal, das ich mehr liebe als alle anderen und das auch so voll ist, dass manche Gläschen und Fläschchen darin schon in andere Küchenbereiche umgelagert werden mussten: das Gewürzregal.
Pötit ist zwar kein Food-Blog, hin und wieder verirrt sich aber doch ein Leckerbissen hier her. Nämlich immer dann, wenn er besonders schön anzuschauen ist. Und mal wieder ist’s um mich geschehen:

Foto: P&S

Das Innendrin

Leidenschaftliche Hobby-Köche legen Wert auf Qualität. Und weil die bei Gewürzen nicht immer gut genug war, haben 4 besonders leidenschaftliche Feinschmecker nicht lange gefackelt und ein eigenes Unternehmen gegründet, das in Sachen Qualität die Messlatte hoch anlegt. Zum Glück! Denn nun profitieren Hinz und Kunz und du und ich von dieser Leidenschaft: die Suche nach guten Produkten ist schon erledigt und wir bestellen einfach online bei Pfeffersack & Söhne. Da kann man sich sicher sein, dass nur feinster Geschmack und beste Verarbeitung in der Gewürzdose stecken.

Foto: P&S

Das Sortiment reicht weit über den deutschen Tellerrand hinaus. Da findet jeder sein Kräutchen. Oder eben ein Salz, eine Blüte, einen Samen, eine Kapsel, eine Wurzel, eine Rinde… Wer jetzt ein ketzerisches „Pfeffer ist einfach Pfeffer“ denkt, dem sei gesagt: „weit gefehlt“. So erfährt man bei den Pfeffersäcken zum Beispiel, dass Tasmanischer Bergpfeffer mit besonders komplexer Aromenvielfalt auftrumpft und so der unangefochtene Star in der Welt des Pfeffers ist. Hingegen besticht sein Artverwandter der Tellicherry-Pfeffer mit intensiv nussigem Geschmack und Szechuanpfeffer verleiht „prickelnde pfeffrige Schärfe mit einem Hauch von Limone“. Wow, ich finde das schreit geradezu danach probiert zu werden! 

Das Außenrum

Die Verpackung der Gewürze ist das i-Tüpfelchen – auch sie zeugt von Qualität und Liebe zum Detail.

Foto: P&S

Alle Döschen werden in einer kleinen Keramik-Manufaktur im Westerwald von Hand hergestellt – auch etikettiert wird in Handarbeit. Dass sie weder Licht noch Luft hinein lassen, ist perfekt für die Lagerung der kostbaren Inhalte. Außerdem liebe ich ja Dinge mit Logik und System. Gewürzdosen mit Farbcode? Yeah!

Foto: P&S

Wer also auf der Suche nach neuen Geschmackswelten ist oder dringend ein wunderbares Geschenk für einen Gourmet braucht… gefunden! Schaut vorbei:

Koblenz

Pötit Garten | im August

Schlaraffenland

Während im Juli jede Tomate noch kostbar war, brechen nun die Zeiten des Überflusses an. Die Ernte in meinem Balkon-Gärtchen ist locker zu vertilgen – sind wir doch eine WG, in der oft Gäste verweilen. Aber es kommt ja nicht von ungefähr, dass ich das Gärtnern liebe. Meine Mama und auch meine Oma pflegen Gärten, die unglaublich groß sind. Die Vielfalt lässt in deren Gärten keinen Wunsch offen. Alles, was hier wachsen kann, wird angepflanzt. Ehrensache.
Nun sollte man meinen, dass jahrzehntelange Gärntnerei nicht nur bedeutet, dass weniger schief geht, sondern auch,  dass es weniger Überraschungen gibt. Doch weit gefehlt: Jedes Jahr aufs Neue sind die beiden über ihre Erträge überrascht. Sicherheitshalber zieht man eben doch 4,5 oder 10 Tomatenpflanzen mehr. Und kurze Zeit später hört man ein  „Ach, haben die dieses Jahr wieder viele Blüten bekommen…“.  So kommt es dann, dass die beiden sich täglich fragen wohin mit all den reifen Tomaten, Zucchinis und Gurken? Na zu mir! Merci 🙂

Auch wenn meine Oma Nüsse nur im Kuchen vermutet und Couscous noch nie probiert hat – wenn ich ihr begeistert erzähle, wie lecker ihr Gemüse geschmeckt hat und dass schon wieder alles aufgegessen ist, so schüttelt sie nur kurz unverständig den Kopf, freut sich dann aber doch sehr, dass das Kind Gemüse isst und ihre Ernte gut aufgehoben ist.